Ein Buchhaltungs-Blog!

Hallo liebe Leser,

macht euch gefasst – hier wird sich einiges ändern! Inzwischen bin ich ja Vollzeit-Buchhalter und werde meine kaufmännische Ausbildung durch eine zweijährige Weiterbildung im Bereich Buchhaltung veredeln. Während dieser Zeit wird kaum Zeit für Anderes sein, dementsprechend werde ich die nächsten zwei Jahre hauptsächlich über Buchhaltung schreiben. Dies beinhaltet zum Beispiel:

  • Nützliche Helfer im Buchhalter-Alltag: Hard- und Software, alles was das Leben leichter macht. Denn in der Praxis finden sich hilfreiche Dinge, an die ich beim Unterrichten von FiBu und LuG oder beim Buchen ohne Zeitdruck nie gedacht habe.
  • Formeln für HP Solver – eine Sprache, die manche Finanzrechner von HP verstehen ( zum Beispiel die Modelle 17B und 19B in den verschiedenen Varianten). Einmal programmiert, gehen Berechnungen ruck-zuck!
  • Interessante Anekdoten und herausfordernde Probleme aus meiner täglichen Arbeit.
  • Mit etwas Glück eine wachsende Android-FiBu-App.

…und sicher noch mehr, die Zeit wird es zeigen.

Allerdings werde ich sicher auch ab und zu Anderes schreiben. Ich habe jetzt schon sechs unveröffentlichte Artikel zu Themen wie Lieder schreiben, richtig Rasieren, eReader-/Handy-Taschen nähen und so weiter, die ich in den nächsten Wochen und Monaten veröffentlichen werde.

Vielen Dank an alle, die mein Blog immer wieder lesen!

Liebe Grüße

Timo

AfA mit HP-Solver und -Taschenrechnern

Für die Ungeduldigen: Die Formel kommt fast ganz am Ende. Scrollt einfach runter!

Fast alle finanzmathematischen Taschenrechner* von HP beherrschen das Berechnen von Abschreibungen in verschiedenen Varianten wie zum Beispiel Straight Line (lineare Abschreibung), Declining Balance (degressive Abschreibung) oder DDB. Das klingt praktisch, ist es aber in Deutschland und vielen anderen Ländern nicht unbedingt.  Denn leider hat hier HP zu amerikanisch gedacht.

Degressive Abschreibung bedeutet vor allem eines: Die AfA findet in fallenden Jahresbeiträgen statt,  wobei ein fester Prozentsatz vom Buchwert des Vorjahres abgezogen wird.
Zusätzlich gibt es in jedem Land Regeln, die die Höhe der maximalen Abschreibung bestimmen**. Weltweit haben sich verschiedene Standards für die Höhe der Abschreibung durchgesetzt. In den USA – von dort stammt HP ja – ist die Double Declining Balance am verbreitetsten: Es wird der doppelte Prozentsatz der linearen Abschreibung angesetzt. Wird ein Anlagegut zum Beispiel über 5 Jahre mit jeweils 20% linear abgeschrieben, beträgt der Abschreibungssatz bei DDB 40%.
Bei kurzen Abschreibungszeiten resultiert aus dieser Berechnung ein unrealistisch hoher Abschreibungssatz für die ersten Jahre.  Beispiel: Ein PC mit einer Abschreibungsdauer von 3 Jahren und einem Anschaffungswert von 900€ ist bei linearer AfA nach dem ersten Jahr noch 600€ wert – das ist realistisch. Bei der degressiven AfA nach amerikanischem Modell wäre der Restbuchwert nur noch 300€ – das ist unrealistisch. Um solche unsinnige Berechnungen zu unterbinden, legen viele Staaten einen Höchstprozentsatz für die degressive AfA fest***. In Deutschland schwankte diese zwischen 20% und 30%. Zusätzlich durfte die dAfA nie mehr als 2- bis 3-fache der lAfA betragen – genau genommen das jeweils zehnfache des maximalen dAfA-Satzes!

In den USA wird die dAfA also auf Basis des lAfA-Satzes berechnet. In Deutschland ist die dAfA für die meisten Anlagegüter allerdings fix! Denn da höchstens der zehnfache dAfA-Satz angesetzt werden darf, greift die USA-Methode hier nur dann, wenn ein Gut über mehr als 10 Jahre abgesetzt werden soll. Und das sind nicht viele.

Doch leider rechnen die HP-Rechner eben nach der USA-Methode. Für uns ist das schlecht. Wollten wir mit einem HP-Rechner die deutsche dAfA nach dem Gesetzesstand von z. B. 2010 ausrechnen, müssten wir zuerst die Relation zwischen lAfA- und dAfA-Satz errechnen. Beispiel: Wir wollen einen Server degressiv abschreiben. Der HP-Rechner erwartet von uns folgende Werte: Anschaffungswert (7000€), Schrottwert (0€ um es nicht noch komplizierter zu machen), Abschreibungsdauer (7 Jahre), Faktor x, mit dem der lAfA-Satz (100/Abschreibungsdauer in Prozent) multipliziert wird.
In den USA würde der PC mit dem Zweifachen des lAfA-Satzes abgeschrieben, x=200 (200% des lAfA-Satzes).
In Deutschland ist der dAfA-Satz aber auch 25% begrenzt. Wir müssen also zuerst errechnen, wie viel das in Relation zum lAfA-Satz ist. x=25/(100/7)*100=175. Wir müssen im HP-Rechner 175 als Faktor eingeben.

Da vergeht einem doch die Lust, den ansonsten vermutlich heiß geliebten HP-Rechner zu benutzen.

Aber es gibt Lösungen. Für den dienstältesten HP-Rechner, den 12c, findet man Formeln bereits  im Netz.

Die Formel für den HP Solver, der im 17(B(II)) und 19(BII) läuft, stelle ich hier zur Verfügung:

AFA=
(IF(JR>LZ+1 AND MON>1:0:
(IF(JR>LZ AND MON=1:0:
(IF(JR=LZ+1 AND MON>1:(ASW-(ASW*DMX/12*(13-MON)))*(1-DMX)^(LZ-1):
(IF(JR=LZ AND MON=1:(ASW-ASW*DMX)*(1-DMX)^(LZ-2):
(IF(JR>1:(ASW-(ASW*DMX/12*(13-MON)))*DMX*(1-DMX)^(JR-2):
(IF(JR=1:ASW*DMX/12+(13-MON):0
))))))))))))

In der Formel frage ich nicht nach einem Schrottwert, da es nur sechs Softkeys zur Verfügung stehen und man sonst im Display des Rechners scrollen müsste.

Arbeitet am besten von rechts nach links. Gebt dabei folgendes ein:
DMX – maximaler Abschreibungssatz, z. B. 0,25 für 25%
ASW – Abschreibungswert, bei dem o. g. Server 7000€
MON – Monat der Anschaffung, 1 für Januar, 2 für Februar und so weiter
LZ – Abschreibungsdauer oder Laufzeit in Jahren
JR – Gebt hier das Jahr ein, für das ihr die Abschreibung berechnen wollt.
AFA – Mit diesem Softkey wird die AfA für die zuvor eingegebenen Daten berechnet.

Diese Formel kann viel, aber nicht alles. Um sie nicht noch länger zu machen, prüft sie nicht, ob DMX größer als der DMX-fache lAfA-Satz ist. Mit anderen Worten: Für eine Abschreibungsdauer von mehr als 10 Jahren könnt und müsst ihr die original-AfA-Berechnung des HP-Rechners nehmen.

* Ausnahmen sind der erste (HP-80) und der billigste (HP-10b(II(+)))  Finanzrechner von HP.

** Vielleicht nicht in absolut jedem Land. In Nordkorea wird’s so etwas vermutlich nicht geben. Auch für Niue oder Nauru kann ich mir so etwas nicht vorstellen. Die Cookinsulaner haben wenigstens eine eigene Währung, vielleicht haben die so etwas. Immerhin hat der geschätzt 10000 Einwohner starke Staat ein BIP von fast 90 Millionen Euro.

*** Naja, wenn man jetzt noch die Sonder-AfA von 20% und den IAB mit bis zu 40% einrechnet, kann man hier auch seltsame Werte abschreiben…

In Germany, but still closer to any other place

I just got asked online, again, whether I lived in Berlin because I’m German. There are many countries in which a huge part of the population lives in the capital, but Germany isn’t one of them. I’m actually pretty amazed by how many capitals are closer to me than my own. Here’s the list:

  1. Bern (Switzerland) – 121km
  2. Vaduz (Liechtenstein) – 157km
  3. Luxembourg – 239km
  4. Brussels (Belgium) – 405km
  5. Paris (France) – 417km
  6. Monaco – 474km
  7. Amsterdam (Netherlands) – 531km
  8. Prague (Czech Republic) – 532km
  9. Ljubljana (Slovenia) – 549km
  10. San Marino – 574km
  11. Vienna (Austria) – 633km
  12. Berlin (Germany) – 640km

…which is just 50km closer than London or 25km closer than Zagreb (Croatia).

There are so many different countries I can easily go to. Not bad, huh?

Ebay als rechte Propagandaplattform

Ja, so sieht’s aus. Es ist ganz einfach: Man stelle einen attraktiven Artikel ein und biete diesen zum Sofortkauf als auch zum Ersteigern an. Der Sofortkaufpreis ist natürlich superhoch, ebenso der Mindestpreis. In der Artikelbeschreibung gibt man dann nach der eigentlichen Beschreibung ein paar Statements ab, die einen verleiten könnten, dem Link zu folgen, der danach kommt. Naja, ein Link ist es natürlich nicht, das darf man ja nicht, sondern ein URL im Klartext.

Ebay bietet die Möglichkeit, „Ratgeber“ zu veröffentlichen. Das ist eine weitere Chance für Rechtsextreme, ihre seltsamen Ansichten zu verbreiten.

Und Ebay spielt dabei mit. Die Gebühren für speziell diese Auktionen sind ja nicht gerade gering. Und natürlich ist es auch für den Anbieter eine Gratwanderung – zu direkt darf man nicht werden, man darf nicht zuviel sagen.

Wenn man das Netz durchforscht, findet man natürlich mehr als genug Seiten mit rechtem oder gar verfassungsfeindlichem Inhalt. Normalerweise rege ich mich darüber nicht so sehr auf wie im aktuellen Fall. Aber diese Seiten werden im Normalfall nur vom entsprechenden Klientel aufgesucht – die über Ebay beworbenen Seiten jedoch von allen möglichen Leuten, die vielleicht darüber erst zu diesem verwirrten Gedankengut kommen.

Stein des Anstoßes ist eine Auktion von Dr. Gerd Reinhold, bekannt für Kommentare wie:

„(Schein-) Konservative und (Alt- und Neu-) Liberale werden allüberall eine Weile regieren bzw. die Linken und Grünen ablösen, aber dann wird es schließlich und definitiv zur Herrschaft der rechten kommen – und das zu Recht (weil alle die Anderen nicht nur keine Probleme lösen, sondern im Gegenteil nur noch gravierende neue schaffen . . .).“

Dr. Gerd Reinhold – übrigens gar ein Prof. a. D. –  will nach seinem Studium der Rechte, Soziologie, Japanologie und Sinologie in Osaka/Japan gelebt haben. Dafür habe ich bei ihm erstaunlich japanfeindliche Aussagen gelesen. Zudem scheint er sich beim Thema Kamerakauf in Japan nicht sehr gut aus zu kennen. So schreibt er zu einer Autocord, die er zum Sofortkauf für 490€ anbietet:

„Da müssen Sie schon bis Japan fahren, um evtl. wieder solch ein Exemplar von MINOLTA AUTOCORD zu finden … Und die Preise hierfür in Japan – erkundigen Sie sich selbst!“

Naja, natürlich muss man nicht nach Japan fahren, um von dort eine Kamera zu kaufen. Bedenkt man dieses, erschließt sich schon, für wie blöd dieser Mann einen hält – oder gar selber ist. Abgesehen davon finde ich diese Kamera ohne lang zu suchen im neuwertigen Zustand mit Versand für ca. 250€. Japanische Kameras sind in Japan im Regelfall wesentlich billiger als in Europa. Meine neuwertige Fuji GS645S  (übrigens eine Traumkamera) zum Beispiel habe ich für 150€ inklusive Versand ersteigert – in Deutschland wäre der doppelte Preis noch ein Schnäppchen.

Viel schlimmer sind natürlich seine Seiten http://deutschland-agenda.info/, http://www.ultimatum-online.info/ und http://dritterweg.de/. Ich fordere jeden Leser auf, sich diese Seiten anzusehen und zu versuchen, diese zu lesen. Ihr werdet es nicht schaffen! Er benutzt unzählige Klammern, in vielen Sätzen steht sogar mehr in den Klammern als im eigentlichen Satz! Der Schreib… ähm… „stil“ ist so verworren, dass es mir unvorstellbar ist, wie so ein Mann einen Doktortitel bekommen konnte.

Auszüge gefällig? Zu Ministerin Özkan, die er als „Trojanisches Pferd“ bezeichnet, schreibt er:

„Es ist nicht „gut“ (Wertung!) , dass die aus Hamburg stammende Muslimin  Aygül Özkan im CDU-regierten Niedersachsen bzw. in Deutschland zur Ministerin ernannt wurde, sondern jetzt schon ganz deutlich: eine Provokation!“

Er scheint Probleme zu haben mit
– dem „Frauenquoten-Terror“
– der „Diskriminierung der deutschen Sprache“ gegenüber Englisch, Spanisch und Französisch, obwohl Deutsch in der EU die meisten Muttersprachler hat – der Rest der Welt scheint wohl nicht zu zählen
– der „Zerstörung der Wirtschaft durch Finanzgangster“
– „Deutschland-feindlichen Typen“, damit meint er Linke, Liberale, Grüne und Feministinnen,  die das Sagen haben und „die Bevölkerung kommandieren“
– dem „Fakt“, dass Deutschland faktisch bankrott sei
– dem „Denkverbot“, das potentiellen Nationalsozialisten verbietet, über „Themen, die im Zusammenhang mit dem Judentum stehen“ zu diskutieren. Dieser Euphemismus ist fantastisch, oder?
… sorry, aber ich kann mir das nicht weiter antun. Weitere Beispiele für diese – ich kann’s nicht anders sagen – gequirlte Kacke findet ihr auf den o. g. Seiten.

Was will ich eigentlich?

Solche Leute wird es immer geben. Und wenn sie Webseiten habe, so wird man kaum etwas dagegen machen können, selbst wenn sie verfassungswidrige Inhalte haben. Aber dass Ebay da mit macht? Das muss nicht sein! Beschwert euch bei Ebay über seine Auktionen und Ratgeber. Das gilt natürlich nicht nur für ihn, sondern für jeden Nazi, der Ebay für seine Zwecke missbraucht. Wenn ein einzelner das meldet, macht Ebay leider nichts, aber bei mehreren müssen die irgendwann aktiv werden.
Dr. Reinholds Auktionen und seinen Ratgeber findet ihr unter http://myworld.ebay.de/dd-a-m/?_trksid=p4340.l2559. Macht etwas!

Wenn ihr noch mehr von diesen Spinnern bei Ebay findet, lasst es mich bitte wissen. Danke!

Hartz IV – bitte nur für ungebildete Singles! (Und: Erfahrungen mit dem Jobcenter Freiburg)

Im April habe ich mich hier ja noch rarer als sonst gemacht. Grund dafür war mein einmonatiges Probearbeiten, das tatsächlich richtig Spaß gemacht, mir aber relativ wenig Zeit für anderes gelassen hat. Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, im Juli geht’s los.

Natürlich könnt ihr eines daraus schließen: Ich bin gerade arbeitslos. Ist ja nicht ganz so schlimm, heutzutage. Schlimm ist allerdings, dass ich arbeitslos mit Bezug – bzw. Nichtbezug – von Arbeitslosengeld II bin! Ich könnte jetzt stundenlang über Hartz IV/ALG II motzen, möchte aber nur zwei Sachen herausgreifen, die ich am System überhaupt nicht verstehe, und kurz auf die Umsetzung eingehen.

1a. Die Überschrift sagt’s ja schon – ALG II ist für Singles! Warum? Paare, die zusammen wohnen, bekommen 10% weniger Geld. Und das ist nur der Idealfall – bei mir beträgt die Differenz über 30%!  Anders gesagt: Wäre ich Single, hätte ich ein Drittel mehr Geld zur Verfügung! Wie kommt’s?

Ein ALG-II-Empfänger bekommt die Kosten der Unterkunft (Miete, Heizung, etc.) und eine Regelleistung, deren Höhe statistisch ermittelt wurde. Diese beträgt im Moment für Singles 374€ und für erwachsene Partner im gemeinsamen Haushalt 337€. Einem Paar steht also 74€ weniger zur Verfügung als zwei Einzelpersonen. Nun ist ja schön ordentlich aufgeführt, wie sich der Regelsatz zusammensetzt, also wie viel Geld davon für Kleidung, Essen, Gesundheit und so weiter gedacht ist. Diese Aufteilung gibt es für Erwachsene, Jugendliche, Kinder… aber nicht für Paare. Wie schön, ich kann mir also selbst aussuchen, wo ich das Geld abknapse. Was hätten wir denn da?

  • Miete: Realistisch, denn da spart man sicher am meisten Geld, wenn man sie nicht alleine stemmen muss. Aber nein, die KDU (Kosten der Unterkunft) sind ja ein eigener Posten außerhalb des Regelsatzes.
  • Kleidung: Auch realistisch – für gleichgeschlechtliche Paare mit ähnlichem Körperbau. Ich sehe in den Klamotten meiner Frau sicher sehr lächerlich aus, da kann ich also nichts sparen.
  • Wohnen: Renovierung, Warmwasseraufbereitung, etc. – unrealistisch.
  • Möbel, Apparate, Haushaltsgeräte:  Wir reden hier von über 900€ im Jahr. Wenn ich mir jedes Jahr zwei Fernseher und eine Küchenmaschine kaufe, okay…
  • Verkehr: Liebe Stadt Freiburg, liebe Freiburger VAG, seid ihr echt der Meinung, eine Regiokarte wäre Luxus und deshalb ein Sozialticket nicht angebracht? So bringt ihr’s ja rüber. Glaubt ihr echt, 14,11€ pro Monat für Verkehr seien genug? Liebe Gemeinde, glaubt ihr echt, von den 48,50€, die eine Regiokarte kostet, würden nur 14€ zur Arbeitssuche und Arzt- und Behördengänge und ähnliches genutzt und der Rest sei Privatvergnügen – und selbst wenn, kann ich denn irgendwo ein Drittel-Regiokarte kaufen? Denkt ihr über eure Aussagen überhaupt nach? Anyway, hier kann ich die 10% auch nicht sparen.
  • Gesundheitspflege: Unrealistisch, selbst wenn ich die Zahnbürste mit meiner Frau teile…
  • Nachrichtenübermittlung: Internet und Telefongrundgebühr, da kann man tatsächlich etwas sparen.
  • Freizeit: Theoretisch, kaum. Realistisch – gar kein Sparpotential. Wer glaubt, vom Regelsatz bliebe echt etwas für Freizeit übrig, hat noch nie ALG II bezogen.
  • Bildung: Absolut kein Sparpotential. Darauf komme ich später noch zurück.
  • Nahrungsmittel: Das ist der mit Abstand größte Posten im Regelsatz, dementsprechend gibt es hier das größte Sparpotential.  Und ob ich nun 4,55€ oder nur 4,10€ pro Tag für Essen und Trinken zur Verfügung stehen habe, macht auch keinen großen Unterschied mehr – allerdings unabhängig davon, ob man alleine oder mit einem Partner zusammen wohnt.

1b. Aber es geht noch weiter – nicht nur beim Regelsatz wird gespart, sondern auch beim Zuverdienst. Und das ist absolut unerklärlich und sinnlos. Die 10% beim Regelsatz könnte ich ja noch einsehen, aber das…
Die Sache läuft so: Zum ALG II darf man noch 100€ dazu verdienen und komplett behalten. Verdient man mehr als das, werden 80% davon vom ALG II abgezogen. Dies gilt für eine Einzelperson oder für beide Partner gemeinsam. Das geht richtig ins Geld! In der Praxis sieht das zum Beispiel so wie bei mir bis Januar aus. Meine Frau hat einen 400€ Job und ich verdiene 150€ dazu.

Abzug vom ALG II bei Singles:
400€ Einkommen, deshalb werden (400€-100€) *0.8 = 240€ vom ALG meiner Frau abgezogen.
150€ Einkommen, deshalb werden (150€-100€) *0.8 = 40€ vom meinem ALG abgezogen.
Insgesamt werden nur 280€ abgezogen.

Aber wir sind ja verheiratet und wohnen zusammen, deshalb läuft die Sache anders:
400€ Einkommen, deshalb werden (400€-100€) *0.8 = 240€ vom ALG meiner Frau abgezogen.
150€ Einkommen, deshalb werden 150€ *0.8 = 120€ vom meinem ALG abgezogen – den 100€-Freibetrag hat ja schon meine Frau verbraucht.
Insgesamt werden ganze 360€ abgezogen.

Kann mir das mal jemand erklären?

Wohnten wir nicht zusammen, hätten wir zu zweit 374€*2-280€ = 468€ ALG.
Da wir zusammen wohnen, gibt’s aber nur  337€*2-360€ = 314€ ALG.

Monatlich 154€ weniger – das ist dann wohl die Strafe fürs Heiraten. Ich kann daraus nur schließen, dass der Gesetzgeber nicht will, dass Hartz-IV-Empfänger heiraten. Nachher vermehrt sich das Gesocks noch…!

(Übrigens bin ich der Meinung, dass eine Anhebung des Freibetrags auf 100€ pro Person und/oder von 20% auf 40% bei Einkünften zwischen 100€ und 800€ nur Vorteile brächte: weniger Schwarzarbeit, mehr Einkommen für den ALG-II-Empfänger und eventuell sogar eine Entlastung der Jobcenter.)

2. Hat sich ja eigentlich erledigt. Eigentlich wollte ich ja zum einen darüber Meckern, dass für die Bildung nur 1,39€ pro Monat zur Verfügung stehen. Zum anderen möchte ich die VHS Freiburg für 40% Preisnachlass für Sozialhilfe- und ALG-II-Empfänger loben. Meine Frau möchte so gerne Französisch lernen, was ja auch ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen würde. Regulär kostet der Kurs 84€, dank Freiburg Ticket aber nur 50,40€. Wenn meine Frau ab sofort 1,25€ (1,39€ abzüglich Ehepartnerstrafsatz, siehe Punkt 1a) pro Monat spart, kann sie den Kurs schon im Sommer 2015 machen! Und den Folgekurs im Winter 2018/2019! Vielen Dank an Peter Hartz und Gerhard Schröder!

Warum sich das erledigt hat? In der aktuellen Aufteilung des Regelsatzes wird ein anderer Betrag für Bildung genannt: 0,00€!

Umsetzung im Jobcenter Freiburg

Schön wäre es, wenn man das Geld auch tatsächlich bekäme.

ALG II beantragt man ja nicht einfach und bekommt es dann, bis man wieder eine ausreichend gut bezahlte Arbeit hat. Nein, das ALG II muss man alle sechs Monate neu beantragen. Nein, ich weiß nicht, warum das so ist. Auf jeden Fall bekommt man die entsprechenden Formulare rechtzeitig zugeschickt. Ich erhielt diese am Monatswechsel März/April, an den genauen Tag erinnere ich mich nicht mehr. Diesen Antrag sollte man rasch ausfüllen und zurückschicken, da die Bearbeitung bis zu 15 Werktage in Anspruch nehmen kann. Am 2. April begann mein Probearbeiten und ich war ziemlich gestresst dadurch. Mit dem Ausfüllen des Antrags habe ich mir deshalb Zeit bis zum 4. April gelassen. Am 5. April habe ich mir dann meinen einzigen Fehler geleistet – ich habe den Antrag morgens in den Briefkasten des Jobcenters geworfen. Das sollte man niemals machen! Alles Schriftliche sollte unbedingt direkt abgegeben werden. Dementsprechend ist das offizielle Eingangsdatum meines Folgeantrags der 10.04.2012. Naja – bei 15 Werktagen sollte das trotzdem hinhauen. Pustekuchen! Inzwischen ist seit Antragsabgabe ein Monat und eine Woche vergangen und es wurden einige „Tickets“ erstellt. Und bei jedem Anruf bekomme ich die gleiche Aussage: „Komisch, die Fristen sind vorbei. Ich weiß nicht, warum das noch nicht bearbeitet wurde.“. Danke fürs Gespräch.

Wenn ich wenigstens in den Vormonaten genug Geld bekommen hätte… Aber nein, uns wird Einkommen angerechnet, das es gar nicht gibt. Der o.g. 150€ Job zum Beispiel. Diesen hatte ich nur bis Mitte Februar, die Kündigung hatte ich Ende Januar eingereicht. Es gilt beim Jobcenter aber immer das Zuflussprinzip. Es ist egal, für welchen Monat das Gehalt ist, wichtig ist nur, in welchem Monat es auf deinem Konto landet. Das weiß ich natürlich und deshalb habe ich Mitte Februar meine Kontoauszüge an die Leistungsabteilung geschickt. Dort sieht man eindeutig, dass das letzte Gehalt im Februar in Höhe von 75€ ausgezahlt wurde. Was macht das Jobcenter? Fröhlich so weiter, als hätte ich den Job noch! Der Job wurde in voller Höhe für alle Folgemonate zumindest bis inklusive April angerechnet und vom ALG II abgezogen. Super, Jungs…

Noch schöner: die Formulare für den Nebenjob. Im Februar habe ich das Probearbeiten beantragt, Ende März sind dann angeblich die entsprechenden Formulare an mich gesendet worden. Diese brauche ich wohl zum Beantragen der Fahrtkosten, die übrigens saftig waren. Mitte bis Ende April erhielt ich einen Anruf vom Jobcenter, ob ich die Formulare nicht zurückschicken wolle. Moment, welche Formulare? Bis dahin habe ich nämlich noch keine bekommen. Oh je, das glaubt einem doch eh keiner, wenn man sagt, die Post sei nicht gekommen. Hier war das aber kein Problem – es stellte sich heraus, dass der Drucker des Zuständigen beim Jobcenter wohl an diesem Tag nicht funktionierte. Jaja, kann ja mal passieren, ne?
Am 21.04. sollte mir dann das Formular erneut zugeschickt werden. Eine Woche später rief ich an, da das Formular noch nicht angekommen war. Diesmal wusste man plötzlich nicht einmal mehr, wo ich zur Probe gearbeitet habe, und ich musste die Angaben erneut machen. Wieder eine Woche später bin ich direkt zum Jobcenter gegangen, weil das Fomular immer noch nicht da war. Inzwischen sind 2 Wochen und 3 Tage vergangen, in denen das Formular angeblich schon zwei mal verschickt wurde und ich habe es immer noch nicht. Sollte das Jobcenter über drei Wochen brauchen, um einen einfachen Vordruck zu versenden? Ich bin gespannt.*

Mal gucken, wie’s weitergeht.  Ich hoffe, die Pappnasen ab Juli nie wieder sehen zu müssen.

NACHTRAG: Eben am Telefon: „Es findet eine interne Umstrukturierung der Leistungsabteilung statt. Diese Woche werden keine Anträge bearbeitet. Ich weiß nicht, warum Ihnen das die Kollegin nicht mitgeteilt hat. Aber dennoch hätten Sie etwas von uns hören müssen, Mails und Anrufe werden ja weiterhin beantwortet.“
Mal ehrlich, danke für die Offenheit, aber… geht’s noch?

Nachtrag 2: Noch ein „Fun“ Fact hinterher: Die Inflation seit 2005 in Deutschland beträgt je nach Quelle ca. 15%. Das ALG II ist im gleichen Zeitraum um ca. 8,41% gestiegen. Eigentlich müsste es jetzt 6,1% mehr als die 374€ ALG II geben.

*Die Unterlagen kamen nach 6 Wochen endlich an und wurden von mir sofort ausgefüllt zurück geschickt. Das Jobcenter hatte schon händisch „Regiokarte“ eingetragen und die Angabe der Fahrtkilometer gestrichen.Ich hatte also eine Regiokarte? Interessant. Ganz ehrlich: Aus gesundheitlichen Gründen wäre ich mit Bus und Bahn damals nicht zur Arbeit und zurück gekommen und Radfahren konnte ich auch noch nicht.
In dem Formular wird man dazu aufgefordert, Nachweise beizufügen, wenn man Kosten für öffentliche Verkehrsmittel bei auswärtiger Unterbringung hatte. Zwar hatte ich keine auswärtige Unterbringung, das Formular wurde mir dennoch wieder zurückgeschickt, weil ich keine Nachweise (Kopie der Regiokarte) beigefügt sind. Ich könnte mich jetzt lange mit denen streiten, aber da ich die Nase inzwischen voll habe… Irgendjemand wird sicher noch eine Regiokarte von April rumliegen haben. Und wenn ich eine Kopie davon ans Jobcenter schicke, wissen die, dass ich damals tatsächlich eine Regiokarte für 48,50€  gekauft haben muss…

Frust! Songideen merken…

Ich weiß ja nicht, wie’s euch so geht. Früher habe ich für meine Bands ohne Probleme Stücke geschrieben – die Qualität war nicht ganz so wichtig, Hauptsache Spaß!
Heute ist es schwieriger, auch weil ich nicht mehr so aktiv Musik mache und keine Band zur Verfügung habe. Aber ab und zu nehme ich doch was auf.

Es gibt bei mir ein paar Arten, wie Songideen entstehen:

  • Ich setze mich hin und zwinge mich, etwas zu schreiben. Zum Spaß mache ich das nicht, also habe ich das schon ewig nicht mehr gemacht.
  • Ich träume ein Lied. Kommt öfter vor, aber umsetzen konnte ich das nur ein oder zwei Mal.
  • Ein Stück entsteht aus dem Jammen. Geht fast nur mit Band, gibt’s bei mir also nicht mehr.
  • Es gibt eine Grundidee, ein Riff zum Beispiel, und das arbeitet man nach und nach aus.
  • Plötzlich ist ein ganzes Stück im Kopf! Einfach so!

Wenn man ein Lied träumt oder eine Grundidee hat, muss man das Ganze erstens im Kopf behalten und zweitens dann auch umsetzen können. Es passiert oft, dass ich eine Melodie im Kopf habe, diese auf der Gitarre spielen will und einfach nicht die Töne finde. Dann merke ich, dass die Idee wohl doch nicht komplett war.

Aber heute war – boom! – plötzlich ein komplettes Lied in meinem Kopf! Mit allem Drum und Dran: Vocals, Lead und Rhythm Guitar, Bass, Drums, sogar einem Großteil der Lyrics! Saugeil! Gitarre geschnappt und losgespielt, naja, nicht ganz einfach für die Finger, aber nach einer Weile lief es flüssig. Nächster Schritt: Aufnehmen! Unbedingt konservieren! Das Lied so lange im Kopf behalten (summen), bis es im Kasten ist.

Mein Frau schaut im Wohnzimmer fern, also kann ich nicht am PC aufnehmen. Also Laptop geschnappt, da habe ich ja gerade erst Cubase LE 6 aus der Keys installiert, und in die Küche gebracht. Audio Interface geholt und angeschlossen. Melodie wieder gespielt – die Gitarre ist komplett verstimmt. Sind ja auch nagelneue Saiten drauf, super… Stimmgerät geholt, Frau will mir etwas erzählen. Nach zwei Minuten bitte ich sie, das zu vertagen, weil ich sonst die Idee verlieren könnte. Sie hat Verständnis dafür! Zurück in der Küche wird die Gitarre gestimmt. Cubase starten, Gitarre anschließen – kein Ton. Ich habe ja alles gerade neu installiert, also muss ich Cubase erst mal erzählen, dass es nicht die Standardsoundkarte nehmen soll. In den nächsten Minuten merke ich, dass LE 6 sich von LE 5 doch etwas unterscheidet und ich nicht ganz ohne Hürden zurecht komme. Egal, die Melodie ist noch da. Am Rauschen merke ich dann, dass der Sound jetzt über die richtige Karte läuft. Aber von der Gitarre höre ich nichts! WTF? Kabel ist okay… könnte es sein… ja, die Batterie ist leer. Schön wär’s! Die Batterie ist nicht nur leer, sondern komplett ausgelaufen und die Kontakte des Batteriefachs sehen sowas von übel aus! Da werde ich wohl ein komplett neues Batteriefach bestellen müssen. Also fange ich an, die Kontakte zuerst mit einer Fonduegabel und dann mit Alkohol zu bearbeiten. Geht nicht gerade schnell und hat auch nicht so viel Erfolg. Aber keine Problem, das Lied ist noch im Kopf. Die Melodie habe ich ja oft genug auf der Gitarre gespielt, um sie nicht zu vergessen. Neue Batterie rein und los geht’s! Nö, Moment! Das Brummen ist lauter als die Gitarre. So hat das keinen Sinn. Ich suche also nach der Fehlerquelle und finde sie nicht wirklich. Zwar kann ich das Brummen etwas reduzieren, aber weg bekomme ich es nicht. Jetzt kann’s endlich los gehen! Wie war die Melodie noch einmal? Die Töne fallen mir ja noch ein, aber ohne die passende Reihenfolge und den Rhythmus… tja, Pech gehabt…

Batteriekontakte von außen - von innen sieht's natürlich noch viel schlimmer aus, lässt sich aber nicht sinnvoll fotografieren

GO!GO!7188 – go-go-gone

Tja, das war’s. Nach 14 Jahren Bandgeschichte geben
GO!GO!7188 im Februar 2012 ihre Auflösung bekannt.

Die japanische Band war selbst in ihrem Heimatland nicht sehr bekannt, dennoch hatte sie einen erstaunlich großen Einfluss auf auf die japanische Musikszene und treue Fans überall auf der Welt. Und das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, wie sehr die Musik der Band sich im Lauf der Jahre gewandelt hat. Ich kenne keine vielseitigere Band: GO!GO!7188 bietet eine Mischung aus Rock, Pop, Surf, Punk, Enka, klassischer japanischer Musik, Jazz… Die Band stand nie still, keine zwei Alben haben sich jemals geähnelt. Gerade deshalb durft man jede neue CD mit Spannung erwarten.

A propos Einfluss: Letztes Jahr erschein das Album GO!GO!7188 A Tribute GO!GO! A GO!GO!, auf dem auch namenhafte Bands GO!GO!-Lieder coverten. Dabei waren zum Beispiel: POLYSICS, Shonen Knife (sollte man sich auch mal anhören) und Detroit7.

Mein Traum war es immer, die Band einmal live zu sehen. Die Konzerte waren sicher etwas Besonderes: Man findet im Netz unglaublich viele Videos von Stücken, die GO!GO! bei einem Konzert live und sonst nirgendwo und nie wieder gespielt haben. Das ist genau dass, was Fans sich bei einem Konzert am meisten wünschen! Meistens handelt es sich dabei um Covers in Japan bekannter Lieder – damit hat GO!GO! sowieso Erfahrung. Neben den regulären Studioalben haben sie noch zwei Alben mit Coverversionen aufgenommen. Und bei ihnen haben die Stücke einfach mehr Schmackes, Power, Spaßfaktor oder wie bei meinem Lieblingscover („Spider“, im Original von der Band Spitz) viel mehr Feeling.

Ich muss es einfach noch sagen: Es gab in meinem Leben immer wieder besonders wichtige Bands, die sich abgelöst haben. Diese sind teilweise sehr unterschiedlich und GO!GO!7188 passt da eigentlich eher nicht rein. Der Reihe nach waren das: The Beatles, The Smiths, Cocteau Twins(, irgendwie vielleicht auch Faith No More) und dann eben GO!GO!7188. Ich bin ja kein Fanboy, aber das hier habe ich mir nicht nehmen lassen:

Wie geht’s weiter in Zukunft?

Grund der Auflösung war Yuus Austreten mit der Begründung, die Band wachse zwar noch, aber sie selbst habe die Grenze dessen erreicht, was sie für die Band zu tun fähig ist. Ich hoffe, das ist ein Fall von „lost in translation“, denn, naja, wie soll man das nur (postitiv) interpretieren?
Egal, mit Yuu geht es sicher weiter! Vor Jahren hat Sie schon mit ihrer Zweitband Chirinuruwowaka ein poppigeres aber wirklich tolles Album rausgebracht. Das unglaubliche Soloalbum „Ten no Mikaku“ hatte sie bereits ein Jahr früher veröffentlicht – eine Art künstlerische Musikfilm mit Elementen aus Rock, Pop und traditioneller Musik. Selbst wenn man mit dem Film nichts anfangen kann – die Musik ist meisterhaft.
Yuu hat also Energie für zwei! In den letzten Jahren hat sie auch einige japanische Musiker produziert, die wesentlich bekannter sind als Yuu selbst. Achtet mal drauf, wenn ihr japanische Bands hört. Man kann Yuus Stil überall raushören. Zuletzt hat sie gemeinsam mit THE BOOM ein Stück aufgenommen.
Ob sie in Zukunft mehr Musik produzieren oder für sich selbst schreiben wird – wer weiß? Aber man darf gespannt sein, wie es weiter geht.

Akko, die Basistin, die auch die meisten Texte geschrieben hat. Schwierig. Ihr Soloprojekt… naja, sie ist vielleicht nicht die geborene Sängerin.
Die Herkunft des Bandnamens wurde nie bekannt gegeben, aber wenn man in einem japanischen Handy 557188 (go=5) eingibt, erscheint auf dem Display のま♥  (のま=Noma). Damals gab es einen Mann namens Noma in der Live Hall, in der die Band ab und zu gespielt hat. Tja, und 2006 hat Akko einen Herrn Noma geheiratet und trägt nun selber diesen Namen.
Akko wurde übrigens gerade 32 (Alles Gute nachträglich!). Es ist ein Cliché, aber ich hab’s schon so oft gesehen. Japanische Frauen scheinen oft der Meinung zu sein, in diesem Alter in den beruflichen Ruhestand gehen und eine Familie gründen zu müssen.

Turkey ist meiner Meinung nach am meisten gewachsen. Sein Stil hat sich stark verändert, sein Können ist nun so viel größer. Am Anfang war er einfach nur ein Schlagzeuger, irgendwie austauschbar, aber im Laufe der Zeit wurde sein Spiel so individuell, tight, kreativ, seine Technik so perfekt… Er scheint keine anderen Bandprojekte gehabt zu haben. Wie es bei ihm weitergehen mag? Ich bin gespannt.

Zum Schluss möchte ich mich bei GO!GO!7188 bedanken. Ihr habt mich inspiriert, mir beigestanden, mein Leben besser gemacht.
Vor allem Yuu… das klingt jetzt vielleicht komisch… Yuus Stil an der Gitarre ist meinem sehr ähnlich. Sie ist sicher keine Gitarrengöttin wie beispielsweise Jennifer Batten. Aber sie hat mir gezeigt, wie unglaublich kreativ man sein und wie geniale Musik man machen kann mit den handwerklichen Möglichkeiten, die auch mir zur Verfügung stehen. Das ist eine unglaublich große Motivation, auch wenn ich natürlich nicht ihr Genie und vermutlich nicht ihre Power habe.

Hier sind ein paar Videos, die die Vielseitigkeit zeigen. Hoffentlich bleiben Sie lange online.

GO!GO!7188 Koi n Uta – das vermutlich bekannteste Lied. Eher untypisch ruhig für die Band, aber sehr schön.


Ukifune – beeindruckend!






Es fehlt noch so viel: C7, Tokyo, Tane, Tayo, Koi no Dorei und so weiter und so fort… und natürlich auch Yuus Soloprojekt. Sucht einfach mal, es gibt tausende Videos. Oder kauft einfach gleich die CDs!

Nein, von Yuu muss zumindest ein Solo Stück rein: